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Der Reingewinn aus dem Verkauf kommt dem Verein Ute Bock sowie dem Train of Hope zugute.

Über das Buch Fluchtwege

Worum geht‘s?

FLUCHTWEGE – ein Buch, das die Dimensionen der Flüchtlingskrise offenlegt und beschreibt – auf sozialer und individueller, auf politischer und zivilgesellschaftlicher Ebene, in rechtlicher und historischer in organisatorischer und geographischer Hinsicht. Das Buch soll ein Zeitdokument sein, das auch in 20 Jahren noch von Relevanz ist. Gleichzeitig ist es eine Erinnerung an den Herbst 2015.

Wer profitiert?

Der Reingewinn geht in gleichen Teilen an den Verein Ute Bock sowie den Train of Hope. Die Auflage wird 1.600 Stk. groß sein. Wenn wir es schaffen, diese Auflage vollständig zu verkaufen, ergibt das einen Reingewinn für Ute Bock und Train of Hope von über 40.000€. Das wäre doch schön. Und das ist unser Ziel.

Wer ist dabei?

Im Buch gibt es wunderbare Texte von Stefanie Sargnagel, Rainer Nowak, Sibylle Hamann, Edith Meinhart, Klaus Schwertner, Julian und Ashley (Train of Hope), Ute Bock, Eva Winroither, Nina Horaczek u.v.a. Die Fotos kommen von Florian Rainer.

Fluchtwege Das Video

Das Video von Florian Rainer zur Crowfunding-Kampagne


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Bilder aus dem Buch

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Texte aus dem Buch

Stefanie Sargnagel Grenzverkehrt (Auszug)

… Ich drehte mich um: „Hello, I’m Stefanie, this is Maria.“ Wir stellten uns einander vor und ich reichte ihnen Kekse nach hinten. Flüchtlinge füttern. Die einfachste Geste jemanden zu zeigen, dass man es gut mit ihm meint und doch immer wieder eigenartig hilflos. Als würde eine Banane Gewalt und ein verlorenes Zuhause wiedergutmachen. Maria fuhr los, sie war nervös und ihre Hände zitterten. Über das Organisationsteam in Wien bekamen wir regelmäßig SMS, die uns über die Grenzsituation informierten. Es hieß, dass sich der Konvoi bei einer Tankstelle nach der Autobahnausfahrt versammeln würde. Maria verfuhr sich in der unübersichtlichen Innenstadt und war mittlerweile überzeugt davon, dass wir im Gefängnis landen würden, denn sogar der Transport von Flüchtlingen innerhalb von Ungarn ist eine Straftat, auf die Gefängnis steht. Wir hatten kein Navi und irgendwann blieb sie einfach stehen, um sich zu sammeln. Verwirrt fragten wir eine vorbeikommende ältere Ungarin nach dem Weg zur Autobahn Richtung Wien. Die Frau blickte auf die drei jungen, dunkelhaarigen Männer und deutete auf ihr Auto: „I will show you.“ Sie stieg in den Wagen und leitete uns mit eingeschalteter Warnblinkanlage aus der Stadt auf die Autobahnausfahrt. Als sie schließlich umdrehte und uns wohlwollend zulächelte, winkten wir ihr dankbar zu und fuhren weiter. Wir wussten einfach nicht, welche Tankstelle in der SMS genau gemeint sein könnte. Maria war immer noch sehr nervös. Als sie sich verbremste, rief einer der Jungs von hinten ängstlich etwas Unverständliches und „Allah!“ Maria murmelte: „Scheiße, Steffi! Er betet schon um sein Leben!“ Ich lachte.  …

Hakeem (Flüchtling) (Auszug)

… Ich war mein ganzes Leben Flüchtling. Mein Großvater ist 1948 aus Palästina geflohen. Seit damals wohnt meine Familie in Al Yarmouk. Das war früher eine Zeltstadt für palästinensische Flüchtlinge. Über die Jahrzehnte hat sich Al Yarmouk zu einer richtigen Stadt entwickelt.

2011 ging ich nach Algerien um eine Fotoausbildung zu machen. Als ich 2012 zurückkam, wollte ich Fotograf werden. Ich habe die Konflikte fotografiert – bis ich 2012 verhaftet wurde. Von den 1.500 Menschen, mit denen ich im Gefängnis war, haben 18 überlebt. Ich wurde monatelang gefoltert, weil die Schergen Assads von mir ein Geständnis erzwingen wollten, dass ich einer der Rebellen sei. Das haben sie von mir nicht bekommen und schließlich gedroht, jemanden aus meiner Familie zu töten, wenn ich nicht gestehe. Das habe ich ihnen nicht geglaubt. …

Während dieser Zeit habe ich natürlich mitbekommen, dass wir immer weniger wurden. Ich habe alles gesehen. Die 18 haben deshalb überlebt, weil ihre Familien sie freikaufen konnten. 20.000 Dollar hat mein Vater für mich bezahlt. Als ich wieder nach Hause kam, war meine Freundin nicht da. Sie wurde von Assads Männern erschossen, während ich im Gefängnis war.

Ira G. Federspiel, Katrin Bernreiter (Train of Hope) Generation Hinschauen (Auszug)

… So oft gibt es Dinge, die auf wundersame Weise funktionieren. Trotz, oder vielleicht genau weil es so ein bunter Haufen ist, der hier zusammenkommt und einfach ohne großes Drumherum, ohne Bürokratie und langes Zögern, anpackt.
Da sind die Ärztinnen, Ärzte, Pflegerinnen, Pfleger und Medizinstudierenden, die ein Lazarett aufgebaut haben, das alle Stückerln spielt. Hier werden offene Wunden verbunden, Grippe, Durchfall und Husten behandelt, Babys versorgt, Notfälle ins Spital gebracht und immer wieder beruhigende Worte gefunden.

Da sind die jungen Menschen aus ganz Wien, die täglich zum Dolmetschen kommen. Mit ihnen steht und fällt „Train of Hope“, denn ohne Sprachbarriere hilft es sich leichter. Viele von ihnen sind zweisprachig aufgewachsen, mit Arabisch oder Farsi als Muttersprache, doch es kam in ihrem Leben bisher nicht oft vor, dass diese Qualifikation sehr gefragt war. Hier am Hauptbahnhof spielen sie nun plötzlich eine Schlüsselrolle – denn ohne sie geht hier gar nichts. Sie sind die ersten Ansprechpersonen für die Ängste, Fragen, Unsicherheiten der Neuankommenden. Mit ihnen werden Weiterreisepläne besprochen, sie übersetzen die Rechtsauskünfte und hören die Geschichten von einer Reise, die viele Flüchtlinge lieber nicht angetreten hätten, wenn es in der Heimat sicher genug gewesen wäre. Sie sind es auch, die den Reisenden das Gefühl vermitteln, in Sicherheit zu sein. Eine große Aufgabe ist das. …

Werner Sturmberger Geschichten von 1000 und 1 Smartphone (Auszug)

… Um als Flüchtling akzeptiert zu sein, reicht es für einige Menschen scheinbar nicht, aus Angst ums nackte Überleben zu fliehen. Am besten sollten sie das auch genauso machen: nackt, zumindest ohne Smartphone und Markenklamotten. Als mehr als 100.000 Menschen von Jugoslawien nach Österreich flohen, wurden sie nicht wie heute sprachlich mit Naturgewalten gleichgesetzt, niemand sprach von „Welle“, „Ansturm“ oder „Wirtschaftsflüchtlingen“. Das lag sicher nicht daran, dass es keine Smartphones, noch nicht mal Mobiltelefone gab. Man kannte Jugoslawien, wenn auch vielleicht nur vom Urlaub. Der Krieg war vor der Haustür. In Spielfeld, dort wo heute jeden Tag hunderte Menschen anstehen, um nach Österreich zu kommen, konnte man mit freiem Auge die Kampfhandlungen um den Grenzübergang beobachten. Nur 25 Jahre später um Mitgefühl werben zu müssen, ist beschämend. Doch was wäre die Alternative? Aus der Situation von damals, lässt sich vielleicht ableiten, das Mitgefühl Verständnis voraussetzt, und sich daran der Auftrag knüpfen, alles zu tun, um dieses herzustellen. Das heißt, die Deutung der Welt nicht dem Irrwitz von Vorurteilen und Ressentiments zu überlassen und diese immer wieder mit der Realität zu konfrontieren, mit Bildern und Fakten herauszufordern. …

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Fluchtwege

Updated on 2016-06-07T21:26:26+00:00, by admin.